„Die Zukunft verändern“: Bauarbeiter berichten aus Los Maranitos

„Die Zukunft verändern“: Bauarbeiter berichten aus Los Maranitos

Ein Schulbau unter erschwerten Bedingungen: So lässt sich wohl unser Projekt in Los Maranitos in der Dominikanischen Republik beschreiben, wenn man auf die letzten Monate blickt. Was die größte Herausforderung bisher war? Wir fragen Menschen, die es wissen müssen: die Bauarbeiter vor Ort. Bauleiter Jeisi und sein Arbeiter Yohani berichten.

1. Erzählt doch mal von Euch: Wer seid Ihr und wie seid Ihr an den Job hier gekommen?

Jeisi: Mein Name ist Jeisi und ich arbeite seit mehreren Jahren als Bauleiter für die Mariposa DR Foundation bei diversen Bauprojekten mit.
Yohani: Ich bin Yohani Rodríguez, 18 Jahre alt und wurde in Los Maranitos geboren. Weil ich als Bauarbeiter schon viel Erfahrung gesammelt habe, wurde ich gefragt, ob ich bei dem Schulbau mithelfen kann. Natürlich habe ich zugesagt.

2. Ihr konntet leider erst später als geplant anfangen zu bauen. Warum?

Jeisi: Weil Los Maranitos so ländlich liegt, hatten wir Schwierigkeiten bei der Beschaffung und der Belieferung des erforderlichen Materials. Zudem mussten wir besonderes Werkzeug beschaffen, das wir nicht hatten – und der Regen hat uns ebenfalls gefordert.
Yohani: Wir musste uns dem Wetter anpassen, deswegen hat es etwas gedauert. Aber jeder hat so gut wie möglich seinen Teil dazu beigetragen, dass es vorangeht.

3. Ist das auch Eure größte Herausforderung bei dem Projekt oder worin liegt die?

Jeisi: Wenn man nur die Bauarbeiten betrachtet, waren das auf jeden Fall die größten Herausforderungen, die wir nun aber gut bewältigt haben.
Yohani: Meine Gemeinde sieht sich täglich großen Herausforderungen gegenüber, zum Beispiel haben wir zu wenig Wasser für die Landwirtschaft. Auch, dass die Kinder nach der 4. Klasse in ein anderes Dorf gehen müssen, um zu lernen, ist eine schwierige Situation.

4. Wie geht es voran, was habt Ihr bisher geschafft?

Jeisi: Wir sind sehr zufrieden mit den Fortschritten. Wichtig ist vor allem, dass wir die Gemeinde in die Arbeiten einbeziehen konnten und alle sehr positiv gestimmt sind. Der Bau selbst geht ebenfalls gut voran, die Grundkonstruktion inklusive Dach ist fertig und auch die Arbeiten am Boden sind abgeschlossen.
Yohani: Besonders weit sind wir beim Pavillon. Hier muss noch alles poliert und das Licht angeschlossen werden. Außerdem fehlen noch die Küche, der Lagerraum und die Bäder.

5. Wann möchtet Ihr mit dem Gebäude komplett fertig sein?

Jeisi: Geplant war Juni, allerdings kann es sein, dass sich das wegen des Corona-Virus nochmal etwas nach hinten verschiebt.

6. Was macht Ihr danach? Habt Ihr noch weitere Projekte, bei denen Ihr mitarbeitet?

Jeisi: Ich mache mir erst Gedanken über andere Projekte, wenn wir den Küchenbereich, das Lager und das Bad fertiggestellt haben.
Yohani: Ich weiß noch nicht, was danach kommt. Am liebsten würde ich studieren.

7. Wie findet Ihr es, dass Los Maranitos eine eigene Schule bekommt?

Jeisi: Wir sind sehr stolz darauf, Teil dieses Projekts zu sein. Die Gemeinde is wirklich begeistert und schöpft Hoffnung aus der neuen Schule. Das motiviert auch die Kinder!
Yohani: Die Schule ist wichtig, weil die Kinder nicht erst ihren Ort verlassen müssen, um zu lernen. Damit können sie auch weiter in den Unterricht gehen, wenn es regnet.

8. Glaubt Ihr, dass sich für die Kinder und Jugendlichen damit etwas verändert?

Jeisi: Wir verändern definitiv das Leben der jungen Leute dort. Durch den Zugang zu Ressourcen und Bildung wird diese Schule das Gesicht der Gemeinschaft in jeder Hinsicht verändern.
Yohani: Ja, die meisten Schülerinnen und Schüler können sich eine klarere Vorstellung davon machen, was sie in Zukunft tun wollen. Sie können in der Nähe ihrer Familien zur Schule gehen und müssen sich keinen Risiken auf dem langen Weg mehr aussetzen. Da sie nicht mehr in anderen Dörfern arbeiten müssen, können die Lehrer der neuen Schule jetzt konzentrierter arbeiten.

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