Bildung ist nicht gleich Bildung: Warum die Dominikanische Republik unsere Unterstützung braucht

Bildung ist nicht gleich Bildung: Warum die Dominikanische Republik unsere Unterstützung braucht

Das Bildungssystem steht in Deutschland ständig „unter Beschuss“. Kein Wunder, wurde durch Covid-19 wieder einmal deutlich, wie schlecht es hier um die Digitalisierung bestellt ist. Warum also bauen wir von RNT Rausch eine Schule in der Dominikanischen Republik? Eines vorweg: Wir unterstützen auch Schulen in Deutschland, denn uns sind die Versäumnisse durchaus bewusst. Doch geht es um das „Urlaubsparadies Dom Rep“, besteht doch nachweislich mehr und vor allem viel grundsätzlicher Bedarf. Ein Vergleich.

Es beginnt bereits bei grundlegenden Dingen wie der Schulpflicht. Zwar variiert die genaue Anzahl an Jahren auch innerhalb Deutschlands entsprechend der Bundesländer. Doch im Regelfall ist ein Schulbesuch von mindestens neun Jahren oder gesetzlich bis zur Volljährigkeit Pflicht. In der Dominikanischen Republik endet sie hingegen schon nach der Grundschule und somit nach der 8. Klasse. Kinder ab einem Alter von knapp 14 Jahren sind also nicht mehr schulpflichtig. Gerade schlecht situierte Familien nutzen diese Freiheit – die Kinder gehen arbeiten, um finanziell zu unterstützen. Nur wenige besuchen eine weiterführende Schule. Andere kommen aufgrund fehlender Infrastruktur nicht einmal der regulären Schulpflicht nach. So ist es zum Beispiel in Los Maranitos, wo unsere Schule entsteht.

Sieht man das bei der Leistung?

Lernt man aber in der Schule wirklich fürs Leben? Einige Tests und Leistungsvergleiche wie PISA, IGLU oder TIMSS lassen erahnen, dass dem so ist. In Deutschland werden zum Beispiel Initiativen wie die „Qualitätsoffensive Lehrbildung“ gefördert. 500 Millionen Euro fließen hierzulande in die Qualität der Lehrbildung. Die Ergebnisse der PISA-Studie aus dem Jahr 2018 machen deutlich, dass diese Maßnahmen fruchten: Während das durchschnittliche Kompetenzniveau deutscher SchülerInnen sowohl in Mathematik und Naturwissenschaften als auch beim Lesen besser ist als der OECD -Schnitt, bewegen sich die Ergebnisse von SchülerInnen aus der Dominikanischen Republik in allen Kategorien weit unter dem Durchschnitt bzw. am Minimum. Derselbe Trend ist analog bezüglich des Anteiles leistungsstarker und -schwacher SchülerInnen zu beobachten. Im Jahr 2016 machte zudem die News die Runde, dass die Dominikanische Republik im Bereich Erziehung und Bildung im Vergleich mit 15 anderen Ländern aus Lateinamerika die niedrigste Punktzahl erreicht hat.

Was tut der Staat?

„Investitionen in Bildung sind Investitionen in die Zukunft unseres Landes.“ So steht es auf der Internetseite des Bildungsministeriums für Bildung und Forschung in Deutschland. Und Deutschland investiert in gute Bildung – zuletzt 295,5 Milliarden Euro pro Jahr (2017). Hierzulande werden SchülerInnen beispielsweise auch für die Digitalisierung gerüstet, nachdem der Koalitionsausschuss eben erst 500 Millionen Euro für mobile Endgeräte beschlossen hat.

Das „Early Childhood Education Project“ investiert hingegen Gelder in den Bau neuer Schulen und Technologiezentren in der Dominikanischen Republik, um erst einmal eine Grundlage für Bildung zu schaffen. Mit der Bereitstellung von 50 Millionen Dollar durch die Weltbank im Jahr 2015, sollte im Zuge eines nationalen Pakts für Ausbildung die voruniversitäre Bildung des Landes durch das Ministerium für Bildung (MINERD) gefördert werden. Darüber hinaus sammeln internationale Partnerschulen Spenden, die den Schuleinrichtungen der Dominikanischen Republik zugutekommen.

Was fällt auf? Genau: Es liegt ein himmelweiter Unterschied zwischen den Mitteln, Möglichkeiten und Wegen zur Förderung von Bildung.

Was sind die Folgen?

Bildung ist also eine der größten Sorgen für Kinder in der Dominikanischen Republik. Hinzu kommt leider, dass immer häufiger ein Zusammenhang zwischen dem Bildungsniveau und dem Konsum von Tabak und Alkohol hergestellt wird. Somit hängt von der Bildung nicht nur der soziale Status, sondern auch die Gesundheit ab.

Nun fragen wir Euch:

Braucht es noch mehr Gründe, um sich mit dem Bau von Schulen für mehr Bildung und damit für eine bessere Zukunft der Kinder in der Dominikanischen Republik einzusetzen?

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Quellen:

https://de.qwe.wiki/wiki/Education_in_the_Dominican_Republic

http://www.compareyourcountry.org/pisa/country/deu?lg=de

http://www.domreptotal.com/dominikanische-republik-hat-die-schlechteste-bildung-in-lateinamerika/#:~:text=Santo%20Domingo.,Karibik%20%2F%20Lateinamerika%20(Tercer).

https://www.bmbf.de/de/aufstieg-durch-bildung-1240.html

https://www.destatis.de/DE/Themen/Gesellschaft-Umwelt/Bildung-Forschung-Kultur/Bildungsfinanzen-Ausbildungsfoerderung/Publikationen/Downloads-Bildungsfinanzen/bildungsfinanzbericht-1023206197004.pdf?__blob=publicationFile

https://documents.worldbank.org/en/publication/documents-reports/documentdetail/935561468746805753/dominican-republic-early-childhood-education-project

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